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  • AutorenbildJennifer Victoria Withelm

Folge #42: Sustainability & Learning - mit Tim Riedel von Planetgroups und Prof. Susanne Blazejewski


00:00:06 Jennifer Withelm: Hallo, Servus aus dem Münchner Süden! Mein Name ist Jennifer Withelm. Ich bin Learning und Development Professional, und die Macherin des Blogs „Lernen in Geil“. Ich habe lange nach Experten zu dem Thema gesucht, die aussagekräftig sind, und freue mich sehr, dass wir heute das Thema „Green Learning und Development“ und „Green HR“ aufgreifen und darüber heute ausführlich sprechen. Deswegen heute „Lernen in Grün“. Ich begrüße dazu in der Runde Susanne Blazejewski und Tim Riedel von Planet Groups, und ich würde euch bitten, euch einfach mal selber vorzustellen. Lady first.

Susanne Blazejewski: Ich arbeite an der Alanus Hochschule, das ist eine Hochschule, die sich der Nachhaltigkeitswende verschrieben hat, und ich habe dort eine Professur für nachhaltige Organisation und Arbeitsplatzgestaltung.


00:01:00 Tim Riedel: Mein Name ist Tim Riedel. Ich freue mich auch, heute hier zu sein. Also, ich habe einen Hintergrund als Personaler im Bereich Personalgewinnung, vor allem aber auch Training und Themenentwicklung und habe 2020 meine Firma verlassen und mein neues Unternehmen aufgebaut mit dem Namen Planet Groups. Mit Planet Groups unterstützen und begleiten wir Green teams, also Mitarbeiterinnen, Initiativen, die sich für die Transformation ihrer Firma von innen einsetzen. Mit der Idee, dass die Menschen, die eigentlich einen nachhaltigen Job haben wollen, nicht alle ihre Firma verlassen müssen, sondern versuchen können, in ihrem eigenen Unternehmen umzusetzen.


00:01:42 Jennifer Withelm: Fangen wir erst mal weiter oben an? Was bedeutet denn der EU Green Deal für die Unternehmen, vor allem ab 2023, glaube ich, jetzt ein großes Thema.


00:02:00 Tim Riedel: Naja, das ist jetzt erst mal natürlich eine Riesenwelle, sowohl dass da viel Geld in die Richtung bewegt wird, als auch, dass es natürlich da regulatorische Veränderungen gibt im Rahmenwerk Taxonomie, etc. Das verschiebt das Gewicht im System weiter Richtung grüne Transformation. Was es am Ende wert sein wird, müssen wir noch sehen. Die Unternehmen müssen natürlich trotzdem irgendwie mit ihren Kunden zusammen mit ihren Produkten Geld verdienen und ob da wirklich genug Geld Richtung Natur geht, Richtung Regeneration und das Geld dann auch von den Natur zerstörenden Produkten und Prozessen weggenommen wird, das müssen wir sehen. Das ist ganz sicher noch nicht genug, aber auf jeden Fall geht das in die richtige Richtung, aber die Unternehmen müssen das von sich aus auch noch mehr treiben.


00:02:59 Susanne Blazejewski: Ich denke, das ist ein weiterer Baustein oder eine weitere Leitplanke, die, wie viele andere Sachen auch, in dieselbe Richtung weisen, und ich denke mal, fürs Personalmanagement hat das jetzt vielleicht gar nicht so direkte Auswirkungen. Es wird noch mehr Argumente dafür bieten, sich auch im Personalbereich mit grünen Themen auseinanderzusetzen. Von daher sind wir völlig auf Spur. Natürlich bin ich der EU dankbar dafür, dass da jetzt auch so politisch entsprechende Rahmenbedingungen stärker werden.


00:03:41 Tim Riedel: Vielleicht noch eine Ergänzung dazu. In einem Artikel hieß es neulich: Overshoot, also die Übernutzung unserer natürlichen Ressourcen, die jetzige Art, wie wir wirtschaften, hat keine Zukunft, und es gibt nur zwei Möglichkeiten, wie wir da rausgehen werden. Entweder wir schaffen es rechtzeitig, unsere Systeme umzuprogrammieren und die Incentivierung im System umzuschichten, sodass wir tatsächlich nachhaltig beziehungsweise regenerativ wirtschaften, oder die Natur wird das für uns erledigen.


00:04:17 Susanne Blazejewski: Natürlich merkt man am Green Deal schon auch, dass nach wie vor darauf gesetzt wird, dass es sowas gibt wie grünes Wachstum oder regeneratives Wachstum gibt.

Jennifer Withelm: Jetzt versuche ich Euch ein bisschen einzufangen, weil der Fokus dieses Podcas ist, dass wir schauen, was die Personalentwicklung beitragen kann und ich versuche jetzt ein bisschen runter zu deklinieren, ob wir vielleicht doch ein paar Ankerpunkte finden. Unabhängig davon, dass wir das Desaster alle vermeiden müssen, was haben denn die Firmen davon - mal ganz egoistisch gedacht - wenn sie eine Klimaschutz Kultur einführen. Vielleicht ist ja da auch für ganz Kurzsichtige auch irgendwas dabei.

Susanne Blazejewski: Das wäre jetzt natürlich die Stelle, wo ich gerne sagen würde, also, Unternehmen, die Umweltschutz wichtig finden, sind auch ökonomisch erfolgreicher. Das kann ich jetzt so ein dimensional und vereinfacht leider nicht behaupten, das wäre unsachlich. Aber aus Personalsicht gibt es auch hinreichend Forschungsergebnisse. Natürlich sind Unternehmen, die sich authentisch im Nachhaltigkeitsbereich engagieren, auch attraktiv als Arbeitgeber. Also, wenn man jetzt die Jugendschule zum Beispiel anguckt, die letzte 71 Prozent der Befragten finden Umweltschutz sehr wichtig. Klar, das ist ein Einstellungsmaß etc. Da muss man mal gucken, wie das in konkreten Entscheidungen sich ausdrückt. Aus meiner eigenen Arbeit weiß ich halt, das für bestehende Mitarbeiter, die man auch binden will, spürbarer, authentischer Klimaschutz, konkretes Handeln, nicht Zertifikate, nicht Nachhaltigkeitsbericht, das Commitment erhöhen können. Also, das machen wir mal für Mitarbeiter, Engagement, emotionale Bindung, und natürlich aus meiner Sicht kommt noch dazu, dass solche Unternehmen, die sich jetzt eben schon damit explizit und intensiv auseinandersetzen, das auch in ihre Personalinstrumentarien einbauen, natürlich den Druck Zuvorkommen, der durch Staat, Politik, aber auch durch die Gesellschaft weiter aufgebaut werden wird. Jetzt kleben sich die Leute fest.


00:06:51 Tim Riedel: Es wird für immer weniger Menschen tatsächlich tragbar, von neun bis fünf dazu beizutragen, ihre Umgebung und ihre Zukunft, ihre Kinder zu zerstören. Das ist ein krasses Thema, nicht nur im Personalmarketing und Recruiting, sondern auch in der Bindung und der Entwicklung. Die Risiken und Entwicklungen am Markt müssen auch von den Personaler:innen mitbedacht werden und in die Personalentwicklung, das Lernen und Trainings Konzepte einfließen. Führungskräfteentwicklung, Trainingsprogramme, aber auch fachspezifische Schulung - da ist einfach noch viel zu wenig, wissen wir in den Unternehmen, und das ist Aufgabe der Personalabteilung, proaktiv dafür zu sorgen, dass die Unternehmen sich besser darauf vorbereiten, was da kommt.


00:08:07 Jennifer Withelm: Mhm, ist es für dich also ganz klar ein future skill gap, den wir da haben?


00:08:13 Tim Riedel: Nein, ein Present skill gap.


00:08:19 Jennifer Withelm: Man sagt den Unternehmen ständig, wir müssen was tun. Jetzt ist einerseits die Politik im Anmarsch, auf der anderen Seite haben die Mitarbeiter selber immer mehr Lust, auch etwas zu tun. Wenn ich mich aber umsehe, wenn ich als Consultant auch die Mitarbeiter höre, habe ich das Gefühl, dass jede Initiative, die in die Richtung gemacht wird, gefühlt im Sande verläuft und mit Frustration endet. Wie ist da Euer Feedback in der Welt da draußen?


Susanne Blazejewski: Ja, da hängt jetzt natürlich von den Unternehmen ab, in denen du bist oder in denen ich unterwegs bin. Also ich kann nur sagen, dass in vielen Unternehmen, wo ich unterwegs bin, die Frustration gar nicht so groß ist. Im Gegenteil, ich begegne sehr vielen Mitarbeitenden, die Nachhaltigkeitsinitiativen sagen wir mal am Rande ihres Unternehmens initiieren und das als sehr erfüllend erleben, auch wenn nicht jede Initiative jetzt fliegt. Sie Budgets, die dafür zur Verfügung gestellt werden, sind natürlich meistens nicht sehr üppig, wenn überhaupt vorhanden. Aber trotzdem erleben Menschen, denen das Thema Nachhaltigkeit wichtig ist, Selbstwirksamkeit in Aktionen, die sie vielleicht auch in ihren kleinen Teams machen, oder mit Gleichgesinnten. Sie haben auch Spaß, weil sie eben sich wechselseitig wahrnehmen. Sich mit Gleichgesinnten zu treffen, hat auch einen Spaßfaktor, gemeinsam irgendwie was konkret zu machen und umzusetzen und auch die eigene Identität. Natürlich habe ich auch Unternehmen getroffen oder Mitarbeitende, die stark frustriert sind in dem Sinne, dass ihre Aktivitäten nicht auf Anklang stoßen. Aus dem Forschungsprojekt, was ich vorher gemacht habe, ist aber auch rausgekommen, dass solche Leute zum Teil zehn Jahre versuchen, ihre Initiative ja doch noch irgendwie an den Mann und an die Frau zu bringen. Die haben das immer Marathon genannt. Leute, die eine grüne Identität haben, sind bereit sehr viel Zeit, sehr viel Nerven und Freizeit auch reinzustecken, bis irgendwas geht. Lange haben die Leute dann frustriert vor sich hin gemacht, auch alleine zum Teil, und die Zähne zusammengebissen. Und jetzt ist es so, dass man schon mehr bei der Geschäftsführung oder an anderen Stellen offene Ohren findet für das Thema. Nicht immer unbedingt offene Portmonnaies, aber schon mal offene Ohren. Wenn dieser Frust auf Dauer besteht, dann ist nach meiner Erfahrung eigentlich die Strategie der Wahl für einzelne Mitarbeiter: Die gehen dann irgendwann, und oft machen die sich dann im grünen, nachhaltigen Bereich selbstständig. Habe ich auch beobachtet, weil das eben oft Leute sind, die nicht nur eine grüne Identität haben, sondern die auch was lostreten können. Ja, und dann endet das oft in meiner kleinen Beobachtungsblase im Exit und der Selbstständigkeit.


00:11:51 Tim Riedel: Dass Mitarbeitende in ihren Unternehmen frustriert werden, weil sie ihre eigenen Ideen nicht einbringen, ist ja nicht auf die grüne Thematik beschränkt und hat auch nicht damit angefangen. Das ist eine Frage der Unternehmenskultur generell und der zum Teil sehr starren oder toxischen Unternehmenskulturen, die wir da vorfinden, und die Unternehmen, die eine bessere Unternehmenskultur haben, sind in der Regel auch für grüne Themen und Veränderungen offener. Dieses Gemeinschaftsgefühl, dieses Gefühl von Wirksamkeit ist da sehr, sehr machtvoll und gibt dann auch ganz viel Energie und Zusammenhalt. Ich würde zwei Sachen empfehlen. Das eine ist wirklich so eine klare Fokussierung. Entweder wir machen wirklich das Thema durch Gastvorträge und Podcasts und Veranstaltungen und Filme und so weiter im Unternehmen präsenter. Da kann ich ja nur gewinnen. Ich gewinne immer nur eines, ich habe da nicht ein Umsetzungsziel, und in der Umsetzung sich zu fokussieren. Also klar zu sagen, nicht wir machen 200 Sachen, und die sind alle irgendwie am Rand und klein, sondern lieber drei, vier Sachen rausgreifen und sagen "die wollen wir jetzt machen“, und dann zweiter Punkt. Idealerweise haben die dann auch eine Business Relevanz, und dann am Ende geht es ja für mich bei dem Thema um Kundenzentriertheit und Marktchancen und Marktrisiken erkennen und das Unternehmen darauf vorzubereiten. Also wenn ich mich fokussiere auf die Themen, welche, die eben ganz klar in meiner Einflusssphäre sind, wo ich als Personaler:in zum Beispiel ein Trainingsprogramm aufnehmen oder die Reiserichtlinie verändern kann.


00:14:05 Jennifer Withelm: Viele werden zuhören und sagen, ja gut, Nachhaltigkeit ist wichtig, habe ich verstanden. Es ist wichtig, aber ab und zu müssen wir auch noch ein bisschen Kerngeschäft machen, ab und zu müssen wir auch ein bisschen arbeiten. Es gibt gefühlt Tausende Stell Stauben, die man angehen könnte. Habt ihr eine Empfehlung, wie man tatsächlich an die Sache rangeht, so dass man sagt, okay, diese Stellschrauben sind jetzt ganz besonders erfolgsversprechend oder auch ohne viel Budget umsetzbar?


00:14:42 Tim Riedel: Ich will nur einen Satz nicht unwidersprochen stehen lassen, bevor ich Susanne den Fortritt lasse: Nachhaltigkeit IST Kerngeschäft!


00:14:49 Susanne Blazejewski: Man muss aus diesem Entweder Oder rauskommen. Also entweder engagiere ich mich für Nachhaltigkeit, oder ich mache meinen Job oder ich bin irgendwie gut in meinem Job. Das ist kein Gegensatz, also jedenfalls nicht aus meiner Erfahrung, sondern gerade die Leute, die sich auch für Nachhaltigkeitsthemen engagieren in ihrem Unternehmen, sind oft die guten und leistungsstarken Mitarbeitenden. Also das muss man nicht als Entweder Oder sehen. Klar, man muss natürlich insgesamt die Arbeitsverdichtung im Blick behalten. Also, wenn man jetzt hofft oder erwartet von Mitarbeitern, dass sie sich auch noch im Nachhaltigkeitsbereich besonders engagieren, aber die haben eh schon den Tisch voll, von morgens bis abends, dann wird es natürlich auch schwierig und geht dann vielleicht auch zu Lasten von engagierten Mitarbeitern.

Es gibt mehrere Menschen in jedem Unternehmen, die sich gerne engagieren würden oder bereit zumindest dazu bereit sind. Die kennen sich aber vielleicht nicht, und sich da erst mal sichtbar zu machen, ist der erste Schritt, der, glaube ich, notwendig ist, und dann kann man natürlich sich mal schrittweise überlegen, wieweit will das Unternehmen da in Unterstützungsstrukturen gehen. Ich habe mit Green Teams zu tun, die Mitarbeitenden Netzwerke, die gar keine Unterstützung kriegen, und die machen aber trotzdem was. Da muss man sich auch nichts vormachen. Das sind dann natürlich nicht die großen Veränderungen im Kerngeschäft. Das sind dann mehr Sachen im Arbeitsumfeld, die haben Bienen oder irgendwas. Aber auch so kleine Sachen sind sichtbar in der Unternehmung und hilft auch dabei, mehr Bewusstsein für das Thema zu kriegen. Und da gibt es auch Organisationen, die 10 oder 20 Prozent der Jahresziele tatsächlich im Bereich Nachhaltigkeitsengagement sehen. Eine sehr strukturierte, systematische Herangehensweise. Das ist das Spektrum, also erst mal einen Raum öffnen bis hin zu, dass im Performance Management zu verankern.


00:17:42 Tim Riedel: Wir haben bei PlanetGroups.net auf der Webseite eine Präsentation namens „Nachhaltigkeitsinitiativen“ nach Jobfamilie. Da kann also jeder das gerne nachlesen, ob ich jetzt im Finanzbereich bin oder Vertrieb oder Marketing oder Personalwesen, oder ich kann da in jedem dieser Bereiche genau aussuchen, was passt denn für mich. Die Frage, die ich oft stelle, ist, wenn ihr vor zehn Jahren gewusst hättest, was in den letzten zwei Jahren passiert ist, was hättet ihr dann vor zehn Jahren anders gemacht? Und dann sind die Unternehmen natürlich ganz klar. Wir hätten unsere Energieversorgung früher umgestellt, und wir hätten vielleicht auch früher unsere supply chain lokalisiert, und wir hätten vielleicht mehr darauf geachtet, dass ein bisschen mehr von dem Material, was wir verbrauchen, wieder zurückfließt über eine Zirkularität. Die Trends werden sich verschärfen. Wir haben ja jetzt wieder eine kleine Erleichterung, weil jetzt so langsam die supply chains wieder funktionieren. Der nächste militärische Konflikt oder die nächste große Umweltkatastrophe oder Versorgungskrise oder Transportkrise kommt ja auf uns zu. Und wie bin ich darauf vorbereitet? Und das kann jedes Unternehmen, jede Abteilung für sich kann da genau gucken. Also Produktentwicklung im Marketing, im Personalwesen, in der Logistik. Wie bereite ich mich auf das vor, was da kommt?


00:19:34 Jennifer Withelm: Hast du das Beispiel auch an der Personalabteilung, welche To-dos es da ganz konkret gibt für jeden, der jetzt gerade nicht nachlesen kann und im Auto sitzt?


00:19:43 Tim Riedel: Das erste ist natürlich allgemein so ein Pflichttraining, Chancen und Risiken der Klimakrise, für alle Abteilungen, dann dass alles auch in die Trainingsprogramme reinbringen, in die Führungskräfteentwicklung, in die Trainingsprogramme, in die Ausbildung allgemein einbringen, dann natürlich im eigenen Bereich gucken, was ist da unser Print, also in Marketing, Materialien, Veranstaltung, Recruiting, natürlich im Personalmarketing. Wie bringe ich das da rein? Wie reisen wir? Oft das Thema Kantine, das ganze Thema Pendeln, das ganze Thema E-Mobilität oder Fahrräder. Die meisten Unternehmen haben riesige Parkplätze. Also gerade wenn sie auf dem Land sind, diese riesigen Parkplätze, da habe ich noch nie einen gesehen, wo Solarmodule oben drauf sind. Das ist eine riesige, verschenkte Fläche. Dann könnte ich megamäßig Energie produzieren, könnte gleichzeitig meinen Mitarbeitenden günstig ihre Autos aufladen, vielleicht sogar kostenlos. Da ist so viel, was eine Personalabteilung in dem eigenen Verantwortungsbereich tun kann, das ganze Thema Performance evaluation, Leistungsmessung, dass ich da einfach Kennzahlen reinnehme, das ganze Thema Mission purpose. Was ist eigentlich unser Purpose, Was steht da drin. Messen wir überhaupt ein Nachhaltigkeitsbewusstsein? Wenn ich das einmal reinschreibe in mein Kompetenzmodell, dann wirkt das ja von sich in alle Bereiche wieder rein. Dann muss das in die Mitarbeiter:innen Gespräche, rein, in die Jahresgespräche. Aber die Personalabteilung hat da richtig Hebel.


00:21:26 Susanne Blazejewski: Das Thema Nachhaltigkeit in der Nachhaltigkeitsabteilung zu verorten, ist einfach achtziger,


00:22:07 Tim Riedel: Ja, das ist so wie wenn früher die Fachabteilungen gesagt haben: Führung ist Aufgabe der Personalabteilung, und dann irgendwann hat es die Personalabteilung geschafft, das den Führungskräften deutlich zu machen: Das ist deine Aufgabe. Wir unterstützen dich dabei, und genauso ist es im Thema Nachhaltigkeit. Das ist Aufgabe von allen Abteilungen, und die Nachhaltigkeitsabteilung unterstützt dabei. Nachhaltigkeitsabteilung, Personalabteilung, Geschäftsführung - von den drei Instanzen will sich eigentlich keiner so richtig mit den normalen Mitarbeitern und ihrer Nachhaltigkeitskompetenzen oder ihrer Futureskills in dieser Hinsicht beschäftigen. Eine Nachhaltigkeitsabteilung hat schon zu viel zu tun. Die müssen ja Kennzahlen und so weiter und Berichterstattung machen, und Personaler haben natürlich auch ganz viel zu tun und kann sich darum nicht auch noch kümmern.


Jennifer Withelm: Wie kann ich wirklich, wenn ich jetzt grün bin, noch besten Gewissens zwei Tage Präsenz machen?


Tim Riedel: Warum nehme ich eigentlich an den beiden Präsenztagen teil? Welche Themen sollen eigentlich gelernt werden? Und so, wie ich es jetzt aus meiner akademischen Blase heraus sagen würde, funktioniert es wahrscheinlich auch nicht. Aber ich frage mich oft, ob das Wissen, das ich dort erwerben kann, wirklich relevant ist. Vielleicht sollte ich einfach wieder ein Buch lesen, am besten aus der Bücherei, oder ich könnte auch auf einem Demeter-Hof in der Region bei der Ernte helfen. Vielleicht lerne ich dort mehr über Selbstwirksamkeit, Nachhaltigkeit und wer ich wirklich bin, als an den beiden Präsenztagen. Ich glaube, man muss sich heute stärker fragen, weil einfach so weiterzumachen und CO2 in die Welt zu blasen einfach nicht funktioniert. Also mehr Bewusstsein, mehr Nachdenken darüber, was eigentlich der Zweck ist oder was ich damit erreichen möchte, und ob es nicht auch anders geht. Und der zweite Punkt, den ich allgemein ansprechen möchte, ist doch die Frage, ob ich das jetzt wirklich brauche. Abgesehen von dem, was ich gerade gesagt habe, spare ich irgendwie an einer Weiterbildung, und dann haben wir CO2 gespart. Im Vergleich zur Gesamt-CO2-Produktion eines Unternehmens ist das wahrscheinlich vernachlässigbar, und ich muss auch überlegen, wie ich den CO2-Verbrauch im Kerngeschäft reduzieren kann. Das ist der größere Hebel als auf zwei Präsenztage zu verzichten. Wenn ich dafür eine Weiterbildung für meine Mitarbeiter benötige, damit sie in der Lage sind, das Thema an jedem Ort im Unternehmen voranzutreiben, dann sind das gut investierte CO2-Emissionen. Ich muss immer darauf achten, deshalb bin ich auch so, dass wir keine Kantine haben und solche Kleinigkeiten. Aber wir müssen uns auf die Unternehmen konzentrieren, wo ein großer Hebel in Richtung Nachhaltigkeit liegt, wo wir tatsächlich etwas bewirken können, und darauf sollten wir unsere Kräfte konzentrieren, anstatt uns gegenseitig die Currywurst zu verderben


00:26:44 Susanne Blazejewski: Ich würde gerne etwas hinzufügen, wie es so schön heißt. Also nicht, dass ich dir grundsätzlich nicht zustimme, sondern aber, es ist schon wichtig, den Fußabdruck zu messen und auch Zielvorgaben festzulegen. Pro Abteilung. Denn welche Personalabteilung weiß denn überhaupt, welchen Fußabdruck sie erzeugt? Wenn ich das nicht weiß und wenn ich keine Ziele habe, wie ich das reduziere, und wenn ich auch nicht vergleichen kann, dann kann ich auch nichts machen. Deswegen ist es wichtig, dass eine Personalabteilung weiß, welchen Fußabdruck unsere Trainings haben. Bei einem zweitägigen Seminar müssen schon sehr viele Anreisen stattfinden, um auf zwei Tonnen zu kommen. Aber wenn ich jetzt ein globales Meeting veranstalte und die Leute aus Australien und den USA kommen, um ein dreitägiges Seminar abzuhalten, dann bin ich natürlich schnell bei 50 Tonnen. Das muss eine Personalabteilung berücksichtigen und nicht wahllos Termine festlegen. Da muss ich wirklich sehr genau abwägen, wie Sie sagen, ob es das wert ist oder ob Produktionsleiterinnen involviert werden müssen oder ähnliches? Übrigens: Das Thema Kantine, Fleisch und Milch. Der Fußabdruck ist enorm. Man darf nicht unterschätzen, welchen Einfluss eine Kantine nicht nur auf das Klima, sondern auch auf die Umwelt hat, je nachdem, welche Art von Essen dort angeboten wird. Das ist ein großer Hebel, den eine Firma keinesfalls unterschätzen darf, genauso wie das Thema Arbeitsweg. Es hängt auch viel von der Unternehmenskultur ab. Ganz klar, ich brauche Daten, ich muss messen, um das Bewusstsein dafür zu schaffen, und ich muss mir Ziele setzen. Aber es geht auch darum, gemeinsam etwas zu erreichen, wie auch diese Studie, die der Bereich Unternehmenskultur untersucht hat, gezeigt hat. Ich muss eine Mentalität schaffen, in der wir wissen, wohin wir wollen, damit es tatsächlich Teil der DNA meines Unternehmens wird. So kann ich nicht nur in meinen eigenen Prozessen agieren, sondern auch auf meine Kunden, Lieferanten und mein Marketing abzielen und ganzheitlich eine strategische Richtung als Unternehmen einschlagen. Das sollte natürlich das Ziel sein, dass wir nicht nur punktuelle Maßnahmen ergreifen, sondern dass es unsere Identität verändert und dass alle an einem Strang ziehen können, was auch richtig Spaß macht. Aber bisher sind nur sehr wenige Unternehmen so weit fortgeschritten.


00:29:12 Tim Riedel: Was ich jetzt auch schon in Unternehmen gesehen habe, ist die Überlegung zu Co Zwei Budgets auf Team Ebene. Ja, und das ist natürlich auch so was in der Logik, in der Menschen eben gerade auch vielfach erzogen und unterwegs sind, also in Budgets zu denken, natürlich auch eine Möglichkeit sein kann, ja dann zu sagen, okay, wir haben auf Teamebene das und das Co zwei Budget. Jetzt will jemand Präsenzseminar irgendwo machen in Australien. Meinetwegen wollen wir uns als Team. Ist das was, was wir unterstützen? Als Team sehen wir das gemeinsam als notwendig. Da sehe ich jetzt gerade so die ersten Versuche. Das kann eine Möglichkeit sein. Jetzt hab ich auch viel mit Unternehmen zu tun, die sowas ablehnen würden. Sie sagen, ist wichtiger, die Haltung zu ändern von innen heraus. Wir brauchen da nicht noch irgendwie ein Budget. Wir haben Mitarbeitende, die das im Bewusstsein tragen und nicht einfach irgendwo hinfahren.

Wir müssen wirklich größer denken. Denn einige Unternehmen haben einen enormen ökologischen Fußabdruck. Wenn wir zum Beispiel über Chemieunternehmen sprechen, stoßen sie eine Menge CO2 und andere Schadstoffe in die Welt. Auch die Lebensmittelbranche hat einen erheblichen Einfluss, ebenso wie die Automobilindustrie. Im Gegensatz dazu haben IT-Unternehmen, Unternehmensberatungen oder Finanzhäuser kaum Emissionen. Auch Medienunternehmen gehören dazu. Ihr Hauptfokus liegt auf ihren Produkten oder Dienstleistungen. Zum Beispiel, worüber berate ich? Wie berate ich? Was schreibe ich in meiner Zeitung? Welche Werbekunden unterstütze ich und welche nicht? Ein weiteres Thema ist Geschäftsreisen. Aber bei diesen Unternehmen ist die Wirkung ihrer Produkte und ihre allgemeine Kommunikation in die Welt hinaus viel relevanter als die eigentlichen Emissionen.


00:30:59 Jennifer Withelm: Du hast gerade von Scope gesprochen, wer da noch nicht so tief im Thema steckt, was sind die Scope Emissionen?


00:31:05 Tim Riedel: Gerne, In der Nachhaltigkeitswelt ist es üblicherweise so, dass in der Klimawelt die Emissionen anhand des Scope-Scopes gemessen und im Treibhausgasprotokoll festgehalten werden. Scope eins und zwei umfassen die selbst verursachten Emissionen, wie zum Beispiel das Verbrennen von Öl oder Holz, die eigene Wärme- und Stromnutzung. Scope drei bezieht sich auf alles davor und danach, also alles, was ich an Produkten einkaufe, da steckt auch ein Fußabdruck drin, sowie das, was ich an Produkten verkaufe und die Maschinen, die ich besitze. Auch die Emissionen durch die Mitarbeiterinnen, die zur Arbeit fahren, fallen darunter, also alles, was außerhalb meiner Firma passiert.

Bei den meisten Unternehmen, die Produkte herstellen, liegt der größte Hebel bei Scope drei. Wenn sie sich als klimaneutral darstellen, aber nur Scope eins und zwei neutralisieren, also ihre eigenen Bürogebäude, und gleichzeitig Scope drei vernachlässigen, dann ist das im Grunde Greenwashing oder bestenfalls ein erster Schritt. Denn in der Regel entfallen bei Unternehmen, die Produkte verkaufen, 90 Prozent der Emissionen auf Scope drei. Wenn dies nicht berücksichtigt wird, fehlt noch ein wichtiger Aspekt. Scope vier wäre dann die Frage, wo mein Geld investiert ist, also bei welchen Banken. Wie kommuniziere ich darüber hinaus? Welche Regierungsbeziehungen pflege ich und welche Ziele unterstütze ich dort? Was gebe ich sonst noch in Bezug auf meine Lieferanten und mein Marketing an Botschaften in die Welt?

Bei Null zu sein bedeutet, dass ich meinen Mitarbeiterinnen erlaube, zum Beispiel am Klimastreik teilzunehmen. Das ist eine wirksame Maßnahme für das Klima, taucht aber in den Scopes eins, zwei und drei auf. Scope vier betrifft mein Produkt. Wenn ich zum Beispiel einen Vertriebs- oder Reparaturservice betreibe, haben beide die gleichen Emissionen. Der Vertrieb trägt jedoch dazu bei, dass mehr Produkte verkauft werden, während die Reparatur dazu beiträgt, dass weniger Produkte verkauft werden. Daher ist der Reparaturservice für den Planeten viel besser, hat aber die gleichen Emissionen. Daher ist es wichtig, diese vier Aspekte zu betrachten, egal ob ich Module, bioorganische Dünger oder Pestizide verkaufe. Sie können ähnliche Emissionen haben, aber eine völlig unterschiedliche Auswirkung auf den Planeten. Es geht darum, wie wir unseren Kunden helfen können, ihrerseits regenerativ zu werden und welche Auswirkungen unsere Produkte haben. Das ist Scope vier, und das bedeutet, dass ich darauf achten muss. Ich darf mich nicht nur auf meine eigenen Aspekte (Scopes eins, zwei, drei) konzentrieren. Am Ende geht es um Innovation, Geld, Kundenorientierung und die Zukunft. Wenn ich nicht darauf achte, wenn ich beispielsweise Solarmodule herstelle, dann möchte ich, dass sich die Gesetzgebung ändert und eine CO2-Steuer eingeführt wird. Solange ich Öl verkaufe, werde ich Lobbyarbeit und Marketing betreiben, um dagegen anzukämpfen. Das bedeutet, dass der Erfolg meiner Produkte auch den Rest beeinflusst.


00:33:59 Susanne Blazejewski: Das ist jetzt ein sehr wichtiger Moment, weil man jetzt erkennt, dass wir im Bereich der Personalentwicklung eigentlich zwei Dinge brauchen. In jedem Unternehmen benötigen wir zunächst Fachwissen, auch darüber, was eine Einigkeit ist und dass wir nicht nur auf Klima, sondern vor allem auf Biodiversität achten sollten. Es gibt viele Leute, die sich nicht so stark mit Nachhaltigkeit beschäftigen und nur das Klima im Blick haben. Aber das größte Problem ist nicht das Klima, sondern die Biodiversität. Also ist es wichtig zu wissen, dass dies punktuell bereits stark präsent ist, auch außerhalb der Nachhaltigkeitsabteilung. Aber es ist auch in der Breite erforderlich, dass wir uns damit auseinandersetzen, um herauszufinden, wie wir einen Beitrag leisten können. Ich glaube, das ist wichtig. Das zweite, was man lernen und fördern kann, ist systemisches Denken. Systemisches Denken ist in jeder Hinsicht wichtig, auch wenn es nicht unbedingt im Kontext der Nachhaltigkeit geschieht, beispielsweise in der Entwicklung von Führungskräften. Systemisches Denken fördert immer auch die Kompetenzen im Bereich Nachhaltigkeit. Das wurde in der Forschung deutlich festgestellt. Wenn Mitarbeiter in einem Unternehmen systemisch denken können, führt das auch dazu, dass mehr Nachhaltigkeitsthemen bearbeitet werden. Diese Gemeinschaft ist ebenfalls wichtig.

Jennifer Withelm: Also, wenn ich dich richtig verstanden habe, ist systemisches Denken ein wichtiger Bestandteil, möglicherweise auch eines Führungskräfteprogramms. Für die alltäglichen Dinge würde ich gerne noch eine konkrete Frage stellen. Was können wir in Führungskräfteprogramme integrieren, um das Verständnis für Nachhaltigkeit zu stärken? Führungskräfte sind ein wichtiges Vorbild, und auf einer niedrigen, einfachen Ebene, was kann ich im Alltag tun? Wenn ich zum Beispiel 20 Meetings am Tag habe, was kann ich tun, um meinen CO2-Ausstoß zu reduzieren? Kann ich beispielsweise Online-Meetings abhalten, anstatt zu reisen? E-Mails reduzieren und nicht ausdrucken sind auch Klassiker. Habe ich etwas vergessen? Ich hätte gerne noch mehr Informationen zur Führungskräfteentwicklung und zu den kleinen Dingen im Alltag.


Tim Riedel: Aus meiner Sicht ist die Führungskräfteentwicklung momentan oder immer noch der zentrale Ansatzpunkt. Leider muss man sagen, dass Mitarbeiter in dieser Hinsicht oft weiter sind als die Führungskräfte. Führungskräfte sind die erste Barriere für engagierte Mitarbeiter im Bereich Nachhaltigkeit, und hier muss mehr Bewegung entstehen. Neben dem systemischen Denken ist auch eine transformationale Führungshaltung wichtig. Empirische Forschung zeigt, dass transformationale Führung tendenziell Nachhaltigkeit unterstützt. Wenn Führungskräfte nicht von Natur aus eine Nachhaltigkeitsorientierung haben, kann man sie dazu bringen, transformational zu führen, was der Organisation insgesamt in ihrer Nachhaltigkeitsorientierung zugutekommt.


Susanne Blazejewski: Es lässt sich nicht leugnen, dass zum Beispiel auf eine Dankes-Mail am Tag zu verzichten einen erheblichen Effekt haben könnte. Es wurde berechnet, dass in Großbritannien ein Kraftwerk abgeschaltet werden könnte, wenn alle darauf verzichten würden. Das wurde auch im Spiegel erwähnt, was mich besonders gefreut hat. Auf der anderen Seite müssen wir berücksichtigen, dass Beziehungen auch im Remote-Arbeitsumfeld wichtig sind. Die fünf Minuten, die wir am Ende eines Meetings haben, um uns persönlich auszutauschen, sind möglicherweise wichtig für diese Beziehungen, und diese Beziehungen sind notwendig, um Nachhaltigkeit im Unternehmen voranzubringen. Es ist also eine Investition in die Zukunft. Es ist also schwierig, pauschal zu sagen, dass man immer die Kamera ausschalten oder Meetings verkürzen sollte. Es ist ein komplexes Thema, bei dem man vielleicht nicht pauschal vorgehen kann, sondern die Sinnfrage stellen sollte. In einem 20-köpfigen Meeting ist es beispielsweise fraglich, ob meine Kamera wirklich benötigt wird, wenn sowieso nur der Sprecher zu sehen ist. Vielleicht können wir auch gezielt Rundmails reduzieren.


Jennifer Withelm: Ich wäre jetzt aber noch ganz kurz an Euren Werbe Blocks interessiert...


00:39:08 Tim Riedel: Danke, Jennifer. Ich möchte vorher hinzufügen, dass die Emissionen bei diesen Meetings völlig überbewertet sind. Ich wäre niemals dafür, die Kamera auszuschalten, weil das im Vergleich zu dem, wenn ich meinen Cappuccino trinke, zehnmal so viele Emissionen verursacht, oder wahrscheinlich sogar 50-mal so viele Emissionen. Also hier geht es um die Frage der Wesentlichkeit und Relation. Das muss ich mir schon bewusst machen. Es ist etwas ganz anderes, wenn ich Anhänge per E-Mail verschicke oder sie auf dem Server habe, sodass die Leute sie selbst von ihrem Server herunterladen können, oder ob ich Bilder auf der Webseite habe, die pro Abruf 20 Prozent weniger CO2 verbrauchen und ich jedoch 500 Millionen Abrufe von meinen Kunden habe. Da steckt viel Musik drin. Und wenn wir jetzt in den Bereich künstliche Intelligenz kommen und Texte automatisch erstellen lassen, dann steckt da wirklich viel Volumen drin. Es ist natürlich enorm, meine eigene Webseite anzusehen. Wenn ich einen Online-Shop habe, sind natürlich trotzdem die Emissionen durch die Produkte, die ich verkaufe, viel größer als durch die Abrufe auf der Webseite. Also sollte ich mir vielleicht eher anschauen, welche Produkte wir denn verkaufen. Also die Frage, was der Nutzen und der Schaden für den Planeten ist, das muss ich mir schon stellen. Wahrscheinlich werde ich aber in der Regel zu dem Schluss kommen, dass das Ausschalten der Kamera nicht dazu gehört, aber das Ausdrucken von Dingen natürlich schon. Aber auch da steckt die Musik drin. Natürlich, wenn ich immer diese Briefe erhalte, die ich von meinen Versicherungen immer noch bekomme, wo dann auch noch 20 Seiten mit Vertragsunterlagen dabei sind, die ich sofort wegschmeiße. Das muss doch nicht sein! Ja, da könnten viele Wälder noch leben, wenn man mitdenken würde.

Zum Werbeblock: Planet Groups unterstützt Green Teams. Wenn jemand hier im Unternehmen ein Projekt hat und es gerne besser begleitet wissen möchte oder ein solches gründen möchte, sind wir Prozessbegleiter:innen. Wir benötigen nicht viele Stunden, weil wir Hilfe zur Selbsthilfe sind für die Unternehmen. Das ist das Schöne an einem Green Team. Es ist nicht wie eine Beratung, die hereinkommt, Vorschläge macht und dann wieder geht. Es ist eine Mitarbeiterinitiative, die von innen ausgeht und idealerweise schneeballartig wirkt. Dabei wird Energie und Wissen aufgebaut, und es bleibt bestehen. Wenn Personen das Unternehmen verlassen, kommen neue Mitarbeiter dazu, und das setzt sich von alleine fort. Das unterstützen und begleiten wir. Es erfordert auch keine riesige Investition. Man muss keine 200.000 € ausgeben, um eine Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln, die niemand umsetzt. Es ist eher ein schrittweiser Prozess, und dafür haben wir das Instrument namens "Climate Solution Game“. Dabei geht es darum, systemisch zu verstehen, welche Aufgabe wir in der Transformation haben, und dann anhand dieses fünf Scope-Modells Ideen zu entwickeln, was wir als Unternehmen tun können. Das eignet sich sowohl für interne Strategiearbeiten als auch für Projektentwicklung in Richtung Nachhaltigkeit, die dann priorisiert werden kann. Man kann nach Relevanz und Impact bewerten und entscheiden, wie schnell es umgesetzt werden kann.Wer da Interesse hat, Planetgroups.net oder dann gerne auf LinkedIn Kontakt aufnehmen.


Susanne Blazejewski: Und ich forsche zu dem Thema Green teams im Moment also freiwillige mitarbeitende Netzwerke in Unternehmen und ihr Entwicklungsweg und welche Rolle sie spielen und ihre Beziehung und Nachhaltigkeitsabteilung und so weiter und so fort. Und da freue ich mich über Unternehmen oder Mitarbeiter des Green Teams, einfach genau auch über solche oder insbesondere über solche, die da frustriert sind, wenn wir das Thema arbeitet schon haben, also wo es nicht vorangeht, wo es geplatzt ist und so. Ich forsche, aber ich leite auch gerne. Also also, wenn ich jetzt ein frustrierter Mitarbeiter in meinem Unternehmen bin, und ich komme dann zu dir, gehst du dann zu dem, zu meinem Arbeitgeber und sagst, ihr Mitarbeiter ist posiert oder wie ist die? Ja, das könnte ich ja nur machen, wenn ich ein Mandat habe, dann von der Arbeitgeber. Aber solange aus meiner wissenschaftlichen Arbeit habe ich schon so ein paar Tricks und Kniffe, wie man die Frustration etwas verringert und was man vielleicht auch machen kann, wenn von oben noch Gegenwind kommt.

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